Zum Hatstätterhof

 

Das heutige Gebäude dürfte in seinem Grundbestand im Jahre des Eintritts Basels in den Schweizerbund 1501 im Stil der oberrheinischen Spätgotik gebaut worden sein. 1576 kaufte der Söldnerführer Claus von Hattstatt das Areal und liess sich dort den "Hattstätter-Hof" errichten (die Frage, wo das eine der vier "t" geblieben ist, ist unter Historikern umstritten).

 

 

Nach vielen Handwechseln kaufte 1836 die röm.-kath. Gemeinde das Haupthaus und nutzte es als Schulhaus und Pfarrhof von St. Clara. Durch weitere Zukäufe im 19. Jahrhundert sind auch die angrenzenden Liegenschaften am Lindenberg in den Besitz der röm.-kath. Kirchgemeinde gelangt, in deren Besitz sich das "bedeutendste profane Bauwerk des Spätmittelalters in der Kleinbasler Altstadt" (nach Dr. Thomas Lutz) auch heute noch befindet.

 

Im Jahre 2003-2005 wurde der Hatstätterhof in enger Zusammenarbeit mit der Bauforschung, der städtischen Denkmalpflege, Fierz Architekten und den NutzerInnen zu einem "ökumenischen Zentrum für Religionspädagogik und Medien" der röm.-kath. und evang.-ref. Kirchen beider Basel umgebaut, saniert und restauriert. Mit der Einweihung des Umbaus am 2. September 2005 betreiben nun vier Kirchen aus zwei Kantonen gemeinsam im Hatstätterhof am Lindenberg 12 eine ökumenische Medienverleihstelle.
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Während die beiden konfessionellen Medienstellen zur ökumenischen Medienverleihstelle "fusionierten", behielten die Fachstelle und Rektorate ihre eigenen Strukturen, die im Baselbiet und in der Stadt sehr unterschiedlich sind, bei und blieben eigenständig und autonom. Gemeint sind die reformierte Fachstelle für Unterricht Baselland, die katholische Fachstelle für Religionsunterricht und Gemeindekatechese Baselland sowie das reformierte und katholische Rektorat für Religionsunterricht Basel-Stadt.

 

Es lohnt sich auch sehr, durchs Portal einzutreten und in der zur Linken liegenden, von Albert Schilling (1904-1987) gestalteten "Lindenbergkapelle" zu verweilen. Von Schilling stammen auch der Tischaltar, zwei frei in die Wand gesetzte Mosaike einer Madonna mit Kind und des Bruder Klaus und der bronzerne Tabernakel mit dem Kranz der schwebenden Engel. In der inneren Stille dieses Raumes vermeint man "Gott preisende Musik zu hören".

 

 

Das ökumenische Zentrum im Hatstätterhof versteht sich als kirchliche Bildungsinstitution an der Schnittstelle "Kirche - Schule - Welt". Es ist seitdem zu einem ökumenischen Zentrum der Beratung, der Orientierung, der Begegnung und des fachlichen Austauschs geworden. Was im Jahre 2005 als "zukunftsorientierte Hoffnungsgeschichte" begann, ist inzwischen unter den BenutzerInnen zu einer "ökumenischen Erfolgsgeschichte" geworden.

© Dr. Joachim Köhn

 

 

 

 

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