Baselland

Religiöse Bildung am Lernort Pfarrei

In die eigene Tradition hineinwachsen

Steht am Lernort Schule der Erwerb von allgemeinen religiösen Kompetenzen im Fokus, so geht es am Lernort Pfarrei darum, die eigene konfessionelle Tradition kennenzulernen und in die aktive Mitgestaltung kirchlicher Gemeinschaft hineinzuwachsen.

Mit dem Eintritt ins Primarschulalter beginnt für Kinder der Religionsunterricht, der an vielen Orten ökumenisch gestaltet ist. Er vermittelt Grundwissen des christlichen Glaubens und unterstützt Kinder dabei, ihren Platz in einer vielfältigen multikulturellen Gesellschaft zu finden, indem er sich als christliche Alphabetisierung und kirchliche Sozialisation versteht. Parallel dazu laden die Pfarreien zu Aktivitäten ein, die Kinder durch das Kirchenjahr begleiten – von Erntedank über St. Martin bis hin zu Ostern und Weihnachten.

Kind verkleidet als König aus dem Morgenland schreibt mit Kreide an eine Haustür mit Glasfenstern

Angebote für Kinder und Jugendliche in einem gleichwertigen zweiteiligen Bildungskonzept

„Katechese bezeichnet den kirchlichen Dienst an der Vermittlung der christlichen Botschaft. Katechese im weiteren Sinn meint jegliche Art von Glaubensverkündigung; sie stellt eine Grundfunktion kirchlichen Lebens dar. Katechese im engeren Sinn meint Lehr- und Lernsituationen zur Glaubensunterweisung.“ 

Das Zitat aus dem Leitbild „Katechese im Kulturwandel“ bezeichnet das Eigentliche der Katechese im Vergleich zum Religionsunterricht. Der Katechese geht es hauptsächlich um christliche Glaubensverkündigung und Glaubensunterweisung, während der Religionsunterricht das Hauptgewicht auf die religiöse Grundbildung und Alphabetisierung legt. Katechese richtet sich an Glaubende oder für den Glauben offene Menschen jeden Alters, während sich der Religionsunterricht an alle Kinder und Jugendlichen während der Schulzeit richtet. Gemeindekatechese betont den Stellenwert der christlichen Gemeinde, verstanden als Gemeinschaft von Glaubenden. 

Glaube fällt nicht vom Himmel, sondern ist auf das Lebenszeugnis und die Erzählgemeinschaft von Glaubenden angewiesen. Zur Gemeindekatechese gehören deshalb besonders die Lehr- und Lernformen, bei denen Menschen freiwillig am Gemeinschaftsleben partizipieren und dabei ihre Erfahrungen im Lichte der Botschaft Jesu und der Kirche reflektieren. Dazu können Erfahrungen wie Sternsingen, Ministrieren, Kinderkirche, Firmweg, usw. genauso gehören wie z.B. Taufvorbereitung, Glaubenskurse, Pfarreiwallfahrt, Bibelerlebnistage etc. Mit dem Empfang der Firmung schliesst eine erste Phase der religiösen Bildung ab – und öffnet gleichzeitig den Zugang zu Angeboten der kirchlichen Erwachsenenbildung.

Lehrplan LeRUKa

Die an Kinder und Jugendlichen und ihre Familien gerichteten Angebote werden getragen von ausgebildetem Personal und freiwilligen Mitarbeitenden, welche dazu befähigt und in ihrem Engagement professionell begleitet werden. 

Die Fachstelle Religionspädagogik unterstützt diese Arbeit durch fachliche Beratung, Aus- und Weiterbildungsangebote, die Entwicklung von Unterrichtsmaterialien sowie durch die Begleitung pastoraler Projekte. Sie stärkt Haupt- und Ehrenamtliche in ihrer pädagogischen und spirituellen Kompetenz und hilft mit, dass religiöse Bildung im Kanton Baselland nach den Massstäben des katholischen Lehrplans für die Deutschschweiz für den konfessionellen Relgionsunterricht und Katechese zeitgemäss, qualitätsvoll und lebensnah gestaltet werden kann.

Titelbild des Lehrplans für konfessionellen Religionsunterricht und Gemeindekatechese

Kirche als Ort für Familien

Die Pfarreien im Kanton Baselland begleiten Kinder, Jugendliche und ihre Familien von Anfang an auf ihrem Glaubensweg. Bereits die Kleinsten erleben Kirche in einer offenen, einladenden Atmosphäre: Krabbelgottesdienste, „Fiire mit de Chline“, KircheKunterbunt, Familiengottesdienste oder Eltern-Kind-Treffs schaffen erste positive Erfahrungen mit Glauben und Gemeinschaft. 

Familien finden im Jahresverlauf zahlreiche Möglichkeiten, gemeinsam Glauben zu erleben. Ob Sternsingen, Familiengottesdienste, Feste im Kirchenjahr oder Smart-Trails in Fastenzeit und Advent – die Pfarreien schaffen Räume, in denen Familien miteinander feiern, entdecken und wachsen können. Alle aktuellen Angebote werden im Publikationsorgan Lichtblick ausgeschrieben.

Sakramentenkatechese

Die Vorbereitung auf die einzelnen Sakramente der Taufe, Erstkommunion, Versöhnung, und Firmung findet in den einzelnen Pfarreien statt. Eltern von Kindern, welche nicht in ihrem Wohnort zur Schule gehen, melden sich bei ihrer jeweiligen Pfarrei. 

Die Fachstelle Religionspädagogik vernetzt und berät Eltern von Kindern und Jugendlichen mit Förderbedarf und Hauptamtliche bei der Durchführung von inklusiven Sakramentenvorbereitungen.

Eine Kinderhand, die ein grünes Kreuz in der Hand hält. Eine zweite Kinderhand hält eine Kerze. Zu sehen ist ein helles Erstkommunionskleid mit Kordel und Holzkreuz.

Vernetzung am runden Tisch

Die Fachstelle Religionspädagogik stärkt im Kanton Baselland die Qualität der Katechese durch gezielte Vernetzung und Zusammenarbeit. 

Mit dem Runden Tisch Katechese bietet sie eine Plattform, auf der sich die Strategieverantwortlichen für Katechese der Pastoralräume regelmässig austauschen. Der Runde Tisch ermöglicht es, Erfahrungen zu teilen, aktuelle Entwicklungen zu diskutierenund gemeinsame Lösungen für Herausforderungen in der Katechese zu entwickeln. Daraus können auch Weiterbildungen für katechetisch tätiges Personal entstehen.

Unterstützung durch die Fachstelle

Die Fachstelle Religionspädagogik berät Pfarreien in ihrer Konzeption der Gemeindekatechese und bietet professionelle Unterstützung für eine zeitgemässe Glaubensvermittlung. 

Durch fachliche Beratung und Weiterbildungen unterstützt die Fachstelle Teams und freiwillige Mitarbeitende dabei, katechetische Angebote für Kinder, Jugendliche und Familien qualitativ und innovativ weiterzuentwickeln. Zu diesem Zweck kommen wir auch vor Ort. 

Die Fachstelle fördert zudem die Vernetzung zwischen Pfarreien und bietet in Zusammenarbeit mit dem Pastoralen Zentrum Impulse, damit religionspädagogische Arbeit nachhaltig und wirksam gestaltet werden kann.