Geschichte des Hatstätterhofs

Bedeutender mittelalterlicher Profanbau

Das heutige Gebäude dürfte in seinem Grundbestand im Jahre des Eintritts Basels in den Schweizerbund 1501 im Stil der oberrheinischen Spätgotik gebaut worden sein. Es handelt sich nach Dr. Thomas Lutzs  um das “bedeutendste profane Bauwerk des Spätmittelalters in der Kleinbasler Altstadt”. Der Hatstätterhof ist auch auf dem sogenannten Merian-Plan Basels aus dem Jahr 1615 zu finden. 

Blick durchs Tor auf Hatstätterhof

Ein "t" ging verloren

Der heutige Gebäudename verweist auf einen früheren Besitzer: 1576 kaufte der Söldnerführer Claus von Hattstatt das Areal und liess sich dort den "Hattstätter-Hof" errichten. Die Frage, wo das eine der vier "t" geblieben ist, ist unter Historikern umstritten.

Namenszug Hatstätterhof

Kauf des Hauses durch die Kirche

Nach vielen Handwechseln kaufte 1836 die röm.-kath. Gemeinde das Haupthaus und nutzte es als Schulhaus und Pfarrhof von St. Clara. Durch weitere Zukäufe im 19. Jahrhundert sind auch die angrenzenden Liegenschaften am Lindenberg in den Besitz der röm.-kath. Kirchgemeinde gelangt.

Umbau zur Medienverleihstelle

Im Jahre 2003-2005 wurde der Hatstätterhof in enger Zusammenarbeit mit der Bauforschung, der städtischen Denkmalpflege, Fierz Architekten und den NutzerInnen zu einem "ökumenischen Zentrum für Religionspädagogik und Medien" der röm.-kath. und evang.-ref. Kirchen beider Basel umgebaut, saniert und restauriert. Mit der Einweihung des Umbaus am 2. September 2005 betreiben nun vier Kirchen aus zwei Kantonen gemeinsam im Hatstätterhof am Lindenberg 12 eine ökumenische Medienverleihstelle.

Bücherregale in der Medienverleihstelle

Die Lindenbergkappelle

Es lohnt sich auch sehr, in der zur Linken liegenden, von Albert Schilling (1904-1987) gestalteten "Lindenbergkapelle" zu verweilen. Von Schilling stammen auch der Tischaltar, zwei frei in die Wand gesetzte Mosaike einer Madonna mit Kind und des Bruder Klaus und der bronzene Tabernakel mit dem Kranz der schwebenden Engel. In der inneren Stille dieses Raumes vermeint man "Gott preisende Musik zu hören".

Kapelle Hatstätterhof